100. Geburtstag im PBZ Waidhofen an der Thaya

15.03.2022

WAIDHOFEN/THAYA – Donnerstag, der 10. März 2022 war ein ganz besonderer Tag für Fr. Maria Böhm, sie feierte ihren 100. Geburtstag.

Bis vor zwei Jahren lebte die agile Rentnerin noch in ihrem Haus in Jetzles, ehe der Umzug ins Pflege- und -betreungszentrum Waidhofen erfolgte. Sowohl geistig, als auch körperlich ist Fr. Böhm noch eine fitte Dame. „Ich hör‘ halt schon schlecht und auch sehen tu ich nimmer so gut“, meinte sie im Gespräch. „Aber mit 100 ist halt alles ni mmer so intakt!“

Das Team des Pflege- und -betreuungszentrums gestaltete für die 100-Jährige ein Geburtstagsfest, zu dem ihre Tischdamen eingeladen waren. Bei Kaffee und Geburtstagstorte stellte sich auch Pflegeheimdirektor Rainer Hirschmann mit einem Geschenkkorb — darin war zur Freude der Jubilarin auch ein Flascherl Bier enthalten — ein. „Owa an zweiten Hunderter möcht i nimmer feiern“, lächelte Böhm und bedauerte: „Die Männer werden alle net so alt“, um sich dann an ihre Jugendzeit zu erinnern, die geprägt war von schwerer Arbeit; an den Mann, der viel zu früh gestorben war; an den gutmütigen Schwager, der sie bei der Weiterführung der Landwirtschaft tatkräftig unterstützt hatte. „Freizeit oder ein Hobby gab es nicht. Wir mussten immer nur arbeiten und ums Überleben kämpfen!“

Zeit und Interesse für ein Hobby hat Fr. Böhm jetzt im Pflegeheim gefunden. Sie nimmt mit Begeisterung an den regelmäßigen Kegelpartien teil, bei denen sie auch oft als Siegerin hervorgeht. „I hob früher nie Zeit für sowas ghabt. Kegelscheibn hab i auch nie gelernt. Man darf net werfen, man muss scheiben. I scheib halt einfach und i hob an guten Schub, wie‘s ausschaut“, muss sie selbst über ihr Talent schmunzeln.

Und als Draufgabe gibt sie dann noch das Gedicht „Der Wöduntergang“ zum Besten und verblüfft alle mit ihrem agilen Gedächtnis, mit Gestik und Betonung. „Mein Vater war Kriegsblinder und wir mussten ihm immer vorlesen. So hab ich mir das gemerkt.“

Verblüfft über die Aufmerksamkeit, die ihrem Geburtstag gewidmet wird, meint sie schließlich noch: „Und des Foto kummt in die Zeitung? Do werdns daun sogn, die Böhmin aus Miazles is in da Zeitung. Owa schreibn müssens Jetzles, weil Miazles sogt ma nur so bei uns.“ Eine offizielle Ehrung der Jubilarin durch das Land Niederösterreich ist ebenfalls in Vorbereitung.

Den Weg in ihr Zimmer tritt die 100-jährige Fr. Böhm dann gut gelaunt — gestützt auf ihren Rollator — an und freut sich schon auf den Geburtstagsbesuch ihrer beiden Söhne.

 

 

BILDTEXT
Die Jubilarin Maria Böhm im Kreise ihrer Tischdamen und dem Team des PBZ Waidhofen/Thaya

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